Die Nächte in der Pfalz

Die letzten drei Tage war ich auf Seminar in der Rheinland Pfalz. In der Hoffnung ein paar Startrails oder die Milchstraße aufzunehmen und die neu eingetrudelte Nikon Z6ii zu testen, hab ich meine mobile Ausrüstung mitgenommen. Am Ende wars sehr wolkig und gereicht hats nur für ein paar „Tempelaufnahmen“. Nicht mal ein Zeitraffer wars mir letztendlich wert.
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Blasennebel – NGC 7635

Hier wollte ich mal testen, wie sich der Tausch des IDAS LPS D1 Filters gegen den einfach Baader UV/IR Cut auswirkt. Ehrlich gesagt erkenne ich keinen großen Unterschied, der IDAS ist auch recht breitbandig. Für einen ehrlichen Test müsste ich natürlich das gleiche Objekt mit dem jeweiligen Filter aufnehmen. Der Blasennebel könnte noch einiges mehr an Belichtungszeit vertragen, vor allem HAlpha ist wohl noch reichlich vorhanden. Im Bild stecken 150 Minuten Belichtungszeit.

NGC 7635 ist ein Emissionsnebel und eine HII-Region im Sternbild Kassiopeia, welcher etwa 7100 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Er befindet sich in der Nähe des offenen Sternhaufens Messier 52. Die Bezeichnung stammt von einer Sternwind-Blase, die durch den Sternwind eines O-Sterns mit der Bezeichnung BD +60 2522 (SAO 20575) entstanden ist. Der Stern stößt große Mengen an Gas aus, die sich mit rund 28 Kilometer pro Sekunde in die Umgebung ausbreiten. Dabei stoßen die expandierenden Gase auf die riesige umgebende Molekühlwolke in dieser Region, die der Ausdehnung Widerstand entgegenbringt. Dadurch bildet sich eine Stoßwelle aus, welche die äußere Hülle der Gasblase bildet.

NGC 7635 wurde am 3. November 1787 vom deutsch-britischen Astronomen William Herschel entdeckt.
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IC59 & IC63

240 Minuten Belichtungszeit stecken in diesem Bild von IC59 & IC63. Leider macht mein IDAS LPS D1 Filter einen dicken Halo um helle Sterne und erzeugt eine unschöne Reflektion. Aufgenommen am 05.09.2021

IC 63 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Kassiopeia. Nahe dem hellen Stern Gamma Cassiopeiae befindet sich dieser Nebel sowie der Reflexionsnebel IC 59. Der Stern ist physikalisch gesehen nur 3 bis 4 Lichtjahre von den Nebeln entfernt. IC 63 liegt etwas näher an γ Cas und leuchtet vorwiegend in rotem H-alpha-Licht. IC 59 ist weiter vom Stern entfernt und weist anteilsmäßig weniger H-alpha-Emissionen auf, dafür mehr des charakteristischen blauen Farbtons.

IC 63 wird wegen seiner Form auch noch Geisternebel genannt.IC59 & IC63

Seelennebel

167 Minuten sind übrig geblieben in der letzten Nacht. Vom Seelennebel.
Der Seelennebel (auch Sharpless 2-199 oder LBN 667) ist ein Emissionsnebel im Sternbild der Kassiopeia. Klickt auf „Weiterlesen“ für Detailausschnitte.
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NGC9888 – Crescent Nebel

Der Sichelnebel. Jedes Jahr versuche ich ihn erneut aufzunehmen. Ich finde den Oiii Anteil im Bild gar nicht so schlecht, aber dennoch farblos. Er müsste mehr blau sein.
Im Bild stecken 150min Belichtungszeit in der Nacht vom 16.06.2021. Leider bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihn mit dem Optolong L-Extreme oder Hutech IDAS NBZ Filter aufgenommen habe. Tendiere zu letzterem.

NGC 6888 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Schwan, der 4700 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Er wird auch Crescent Nebel, Sichelnebel oder Mondsichelnebel genannt. NGC 6888 wird von einem sogenannten Wolf-Rayet-Stern mit der Bezeichnung WR 136 beleuchtet. Vermutlich wurde das Gas des Nebels ebenfalls von diesem Stern abgestoßen.

Der Emissionsnebel NGC 6888 wurde am 15. Dezember 1792 vom deutsch-britischen Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt.
Crescent Nebel

Der Zauberer Nebel

Vorgestern war es eine recht klare Nacht, aber der Mond war zu 98% voll. Zeit den IDAS NBZ Duo Schmalbandfilter zu testen. Ich muss sagen, er gefällt mir am schnellen RASA zwar besser als der Optolong L-Extreme, weil er kleinere/kaum Halos um die Sterne verursacht, aber ich bin dann doch eher ein Fan von breitbandigen Lightpollution Filtern. Für dieses Bild müsste ich, zwecks Sternfarben nochmal ohne oder eben mit einem breitbandigerem Filter, wie dem IDAS LPS D1 ran.

Hier sehr ihr ca 250 Minuten des Zauberer Nebels.
NGC 7380 bzw. Sh2-142, auch Zauberernebel (engl.: Wizard Nebula) genannt, ist ein galaktisches Sternentstehungsgebiet im Sternbild Kepheus. Das Gebiet enthält einen jungen Offenen Sternhaufen, ist rund 7000 Lichtjahre entfernt und weist eine Ausdehnung von etwa 100 Lichtjahren auf.
Zauberernebel

Andromeda Galaxie und beim Irisnebel nachgelegt

Ganz zufrieden bin ich noch nicht, aber denke sie ist vorzeigbar. Die Andromeda Galaxie mit 160 Minuten Belichtungszeit. Leider ist sie so groß, dass sie nicht ganz ins Bildfeld passt. Werde im Herbst eventuell mal ein Panorama versuchen.
Das zweite Bild zeigt den Irisnebel vom Blogeintrag weiter unten. Nur mit zusätzlichen 2 Stunden Belichtungszeit, sprich insgesamt nun ca 4,5 Stunden mit dem RASA 11″.

Andromeda 2021 Heiner WeissIrisnebel Heiner Weiss

Besuch unserer Gemeinde in der Sternwarte

Angeregt durch die Kommunikationsseite „Sprich mit uns“ im Mitteilungsblatt der Stadt Maxhütte-Haidhof, habe ich Anfang Juni 2021 die Gelegenheit wahrgenommen und zu einem Gespräch in meiner Privatsternwarte eingeladen. Ich habe mich sehr gefreut, als unser Bürgermeister Rudolf Seidl und seine Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Anita Alt zugesagt hatten. Das nenne ich Bürgernähe!

Inzwischen hat auch das Wetter für einen lohnenswerten Besuch mitgespielt und es konnte unter sprichwörtlich „freiem Himmel“ rund zwei Stunden über die Technik der Sternwarte, die Astronomie und die Fotografie sowie über eine energiesparende Beleuchtung bei Kommunen gesprochen werden.

Da sich unsere Stadt auch viel für die Erhaltung der Natur engagiert, wie zum Beispiel eine insektenfreundliche Begrünung, Pflanzungen von Streuobstwiesen, Informationstage zur Umweltentwicklung initiieren, Blühstreifen anlegen oder pädagogische Lehrveranstaltungen unterstützen, war es für mich sehr erfreulich zu hören, dass einige Stadtteile schon energiesparende LED-Lampen bekommen haben sowie umgerüstet wurden und auch vereinzelt Straßenzüge und Gebäude nachts lichtreduziert sind. Dies kommt nicht zuletzt der Natur zugute, sondern als energiesparende Maßnahme auch uns Bürgern.

Alles in allem eine „gelungene und informative“ Nacht und ich möchte erneut betonen, dass ich mich außerordentlich über das Interesse am einzelnen Mitbürger durch unsere Stadt freue. Das ist nicht selbstverständlich, daher ein großes Dankeschön meinerseits!

Gerne steht meine private Sternwarte auch interessierten Besucherinnen und Besuchern offen. Ich bitte jedoch (auch oder gerade wegen aktueller Hygienemaßnahmen) dringend um eine Voranmeldung über das Kontaktformular oder telefonisch oder über Whatsapp unter 0171/2804910. „Für Termine kommen praktisch alle wolkenlosen und bestenfalls mondlosen Nächte in Frage“, möchte ich hinzufügen.